Landleben (light)

Seit zwei Monaten lebe ich nun auf dem Land. Also fast auf dem Land. Gut, ich bin immer noch in 15 Minuten zu Fuß in einem ziemlich großen Einkaufszentrum und in 15  Minuten mit der S-Bahn am Hauptbahnhof, aber trotzdem. Immerhin habe ich sieben Jahre fast im dicksten Getümmel der Innenstadt gelebt und so ziemlich alles an menschlichen Abgründen gesehen, was man sich vorstellen kann. Daneben hatte ich schon mal bei 30 Grad Außentemperatur einen Döner und zu Silvester Böller im Briefkasten. Der Briefkasten wurde auch gerne als Aushilfstheke für kneipenfaule Nachwuchstrinker benutzt. Die wunderbar altweiß gehaltene Türverkleidung diente diversen Graffi Streetartküns Schmierfinken als Leinwand und löste sich bereits im unteren Teil durch aggressive Hundepisse wieder ab.

Außerdem wohnten wir über einer Bäckerei, deren Lieferant es sich nicht nehmen ließ, jeden Morgen um 5 Uhr fröhlich polternd, türenschlagend und brüllend die Backwaren durch den Hausflur anzuliefern. Ich könnte jetzt auch noch seitenweise über die benachbarte Studenten-WG oder unsere halbdementen, nur spanisch sprechenden Nachbarn schreiben, aber das würde dann zu weit führen.

Wir mussten da raus und rein ins Grüne und in die Ruhe.

Und so verliebten wir uns in eine kleine Hofanlage im Norden von Köln, die zu kleinen Reihenhäuschen umgebaut worden war.

Also raus aus der kleinen Studentenbude und rein in das Spießerleben mit Hoffest, gemeinsamen Kehren und selbstzupflegendem Vorgartenbeet.

Und es ist toll!

Ich freue mich jeden Tag an unserem schönen Innenhof, wenn ich nach Hause komme. Nachts können wir das Schlafzimmerfenster kippen, ohne das Geschrei der Biergärten und den Lärm der Klimaanlagen ertragen zu müssen. In 5 Minuten sind wir im Wald, auf dem Weg zum Einkaufen grasen Pferde und die Straße runter stehen blonde Kühe in der Abendsonne.

Klar ist es immer noch Köln, aber viel ländlicher mit noch okayer Anbindung ist eigentlich kaum zu finden.

Es ist ein Dorf. D.h. es gibt zwei Friseure, zwei Bäcker, einen Getränkemarkt, eine Kneipe, eine Dönerbude und ein Bistro. Jeweils an den Ortsausgängen gibt es einen Discounter. Sonst nichts. Keine hippen Bars oder Cafés, keine Restaurants, keine Boutiquen, keine Hipsterbedarfsläden, einfach nichts.

Vielfach ernteten wir unverständliches Kopfschütteln über diese freiwillige Kastration. Teilweise hätte man glauben können, wir gingen ins Kloster und wollten alles Weltliche hinter uns lassen.

Aber letztlich waren alle Zweifler dann doch begeistert, als sie das Häuschen gesehen haben.

Und wir sind es auch. Immer noch und anhaltend.

Dabei bin ich in einem Vorort aufgewachsen. Der war sogar noch wesentlich belebter als unser jetziger. Aber damals brauchte ich 25 Minuten in die Innenstadt. Undenkbar. Im Laufe der Jahre bin ich dann immer näher an die Innenstadt ran gezogen, bis ich irgendwann mitten drin wohnte. Und nun ist es ruhiger als es jemals war und ich könnte mir auch vorstellen, dass das noch nicht das Ende unserer Stadtflucht war.

Irgendwann will ich einen Bauernhof mit Land drum herum, Hühnern, Schafen und einem Wahnsinnsfotostudio in der Scheune… irgendwann…

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Der erste echte Post oder gefüllte Auberginen

2013 soll ein Jahr werden, in dem ich in der Küche wesentlich experimentierfreudiger werden will. Mehr ausprobieren, weg von eingefahrenen Standardrezepten. Außerdem will ich meine Backfähigkeiten verbessern. Brot klappt zwar schon ganz gut, aber süßes Gebäck, wie Kuchen oder Plätzchen, ist so gar nicht mein Ding. Ich backe immer zu lang oder zu kurz, es verbrennt oder ist innen noch halb roh, der Teig will nicht so wie ich, es sieht scheiße auch usw. Daher haben wir uns eine 20cm Springform bestellt, so dass ich auch mal eben kleinere Kuchen backen kann, an denen wir dann zu zweit keine Woche lang essen müssendürfen.

Außerdem möchte ich mich in 2013 mehr der Stillifefotografie, besonders der Foodfotografie, widmen. Menschen kann ich mittlerweile ganz passabel, aber meine Fähigkeiten beim Fotografieren und vor allem beim Anrichten, Dekorieren und Hübschmachen des Essen halten sich doch sehr in Grenzen. Für den heutigen Post habe ich schon mal angefangen ein bisschen mit meinem Blitz zu spielen. Alles noch sehr basic und ausbaufähig, aber die Bilder sehen schon mal um Längen besser aus, als das, was ich bis dahin zustande gebracht habe.

Aber zurück zu meinem eigentlichen Thema: Beim Stöbern nach einem geeigneten Abendessen bin ich bei dem wunderbaren Blog von Green Kitchen Stories auf ein Rezept für gefüllte Auberginen gestoßen. Hier werden die Auberginenscheiben mit einer Mischung aus Bulgur und Ziegenfeta gefüllt, gerollt und in einer scharfen Tomatensoße mit Ziegenfetatopping serviert. Da ich allerdings versuche, abends möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen und solange ich zuhause für uns koche, auch keine tierischen Produkte zu verwenden, habe ich das Rezept etwas abgewandelt.

Gefüllte Aubergine-1

Beim Brainstorming nach geeigneten Fülloptionen fielen mir nach und nach Nüsse, Pilze und Basilikumpesto ein. Zusammen kombiniert ergibt das dann Auberginenröllchen mit Walnuss-Austernpilz-Füllung in Tomaten-Olivensoße. Continue reading »

Wenn man ein neues Blog startet, muss man zwangsläufig einen ersten Artikel schreiben. Aber eigentlich sollte der erste Artikel ja gar kein erster Artikel sein, sondern einfach irgendeiner. Am sinnvollsten wäre es also, einfach mit einem Artikel anzufangen und gar nicht zu erwähnen, dass es sich hier um ein neues Blog handelt und das dies der erste Artikel ist. Vor allem sollte man nicht schreiben, was man hier so alles schreiben will und schon gar keine Hoffungen auf irgendeine Postingregelmäßigkeit machen.

Aber so was kann ich nicht. Deswegen gibt es hier einen ersten Artikel.

Ich habe dieses Blog ins Leben gerufen, weil ich erstens gerne wieder schreiben will und zweitens weil ich gerne über Essen und Ernährung schreiben will. Die Blogosphäre, insbesondere der Teil, der sich mit Essen, Ernährung und Vegetarismus/Veganismus befasst, ist von Frauen dominiert. Es gibt, zumindest im deutschsprachigen Raum, nur sehr wenige Männer, die sich mit diesen Themen befassen.

Das möchte ich ändern. Denn

-           Ich bin ein Mann

-           Ich esse keine Tiere

-           Ich koche sehr gerne und oft, also quasi jeden Tag

Ich werde also über Essen schreiben. Aber nicht nur. Auch über Dinge, die mich so bewegen. Und über das, was sonst so passiert.

Vielleicht interessiert es ja jemanden.

Und den Hund namens Jens gibt es wirklich.